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Andacht März 2018

Als er die Nachricht erhalten hatte, dass Lazarus schwer krank war, blieb er noch weitere zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Johannes 11, 6

Ich kann mir vorstellen, dass die Krankheit von Lazarus das Leben von Maria und Martha ganz schön durcheinander gewirbelt hat. Ob sie den nahenden Tod ahnten?

Wie auch immer es ausgehen wird – sie schicken jemanden zu Jesus. Obwohl sein Freund Lazarus ernsthaft erkrankt ist, bleibt er noch zwei Tage vor Ort.
Für mich ist diese Reaktion erst einmal unverständlich.
Jesus macht sich nicht auf auf den Weg. Kein Krankenbesuch, kein Beistehen in einer Notsituation. Vorerst passiert (scheinbar) nichts.

Stillstand!



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Keine Bewegung wird mehr ausgeführt.
Etwas wird unterbrochen, was normalerweise einfach weiterläuft.
Ein Zustand, den wir nur ungern erleben, den wir oft nur schwer annehmen können und wollen.


Da hat mich das Leben ganz schön durcheinander gewirbelt, ich eile zu Jesus, rufe nach seiner Hilfe – und dann … erst einmal nichts.

Stillstand!

Jetzt wünsche ich mir einen Plan, sehne mich nach einem Ausblick, suche den Weg, erfrage die Lösung. Werde aktiv, gehe es bewusst an, suche mir Rat und Hilfe, möchte keinen Stillstand akzeptieren. Irgendwie und irgendwo muss es doch einen Ausweg geben.
Selten kommen wir sofort damit klar.
Der Stillstand hinterlässt Fragen und manchmal auch Ohnmacht. Oft ist er nicht sofort behebbar – nicht von unserer Seite aus.

Birgt der Stillstand eine Chance für mich?
Birgt der Stillstand eine Chance für meine Beziehung zu Jesus?

Es ist nicht einfach, sich diesem Zustand auszuliefern.
Alles Fragen, Planen, Wege suchen sein zu lassen.
Im Stillstand wird hinterfragt wem ich glaube, wem ich vertraue.
Manches muss auch neu fest gemacht werden.

Still stehen, still sein, lauschen, mich nicht weiter treiben lassen und mich nicht selbst weiter treiben.
Aushalten, ausharren, sich festmachen an Jesus, sich nach ihm ausstrecken und ausrichten. Dazu kann diese Zeit die Chance bieten.

ER geht Wege mit uns, die wir mit menschlichen Augen nicht sehen.
ER kann mich in die Stille führen, in der seine Worte zu mir hindurchdringen, in der ich sie erstmals oder endlich wieder wahrnehme.

Stillstand ist nie das Ende. Es kann eine Bewährungszeit sein, ein Aufbruch zu etwas Neuem, ein Zurüsten, ein Vorbereiten – auch auf seine Herrlichkeit.

Im Stillstand sind wir nie alleine. Jesus ist da.
ER ist bei uns, neben uns, um uns, in uns – immer da.
Dessen darf ich mir gewiss sein.

Und, Stillstand gehört zu unserem Leben, gehörte zu dem Leben von einigen Menschen aus der Bibel.
 

  • Abraham:
    zwischen der Verheißung und der Geburt von Isaak lagen Jahre.
    Im Stillstand wurde sein Vertrauen geprüft und wahrscheinlich auch gestärkt
  •  Maria und Josef:
    nach Jesu Geburt mussten sie nach Ägypten fliehen.
    Im Stillstand wurde das hören auf Gott, auf das Aufbruchssignal nach Nazareth, weiter verfeinert. Und wieder einmal erlebten sie, dass alles von langer Hand geplant war
  • Maria und Martha:
    Im Stillstand formte sich Vertrauen und Glauben an den einzigartigen Gottessohn, der das Leben ist und bringt.


Beim lesen der Bibel wirst Du sicherlich noch viel mehr Personen begegnen, die Zeiten des Stillstands erlebten.

Auch wenn diese Zeiten uns herausfordern, so sind sie wertvolle Perlen für unser Leben und unseren Glauben. Und vielleicht wird nach überstandener Stillstandszeit ein kleiner Abglanz seiner Herrlichkeit an uns, an mir sichtbar.

Simone, März 2018


Fußnote:
Foto: privat