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Andacht November 2017

Gott ist für mich –
auch im Zerbruch …


Manchmal verstehe ich Gott und seine Wege nicht. Da passieren Dinge in meinem persönlichen Leben, meinem Umfeld oder auch in der Welt, die ich einfach nicht mit Gott in Einklang bringen kann. Es waren doch gute Wege, Wege, die mit Gott gegangen wurden, die Gott bis hierher auch gesegnet hat… Warum nun diese Kehrtwendung, warum nun dieses riesengroße Fragezeichen, der Schmerz, der Verlust?

Da machen sich schnell Zweifel breit und klopfen laut an meine Herzenstür. Dass Gott nicht jedes Gebet (nach unseren Vorstellungen) erhört, das wissen wir. Die Frage stellt sich natürlich: Wird er es noch erhören, nur zu einem späteren Zeitpunkt? Oder sollte es einfach nicht (mehr) Gottes Plan für diesen Lebensweg, diese Situation, diesen Umstand sein?

In dieser Fragezeichenzeit las ich folgenden Satz:

Glaube ist die Überzeugung, dass Gott tun wird, was recht ist.

M. Lucado

Das brachte mich noch mehr ins Grübeln… Sollte er nicht „recht“ gewesen sein, dieser Weg, der bisher beschritten wurde, kappt Gott ihn deswegen? Wenn ich an Jesaja 55, 8 denke, könnte daran vielleicht etwas Wahres sein:
„Meine Gedanken sind nicht Eure Gedanken und Eure Wege sind nicht meine Wege“.

Aber hatten wir nicht alle das Gefühl, dass dieser Weg rechtens und gottgewollt war… Ja entsprach er nicht sogar biblischen Motiven?

In diesem Zusammenhang fiel mir der Vers aus Jeremia 29, 11 vor die Füße:
„Denn ich kenne meine Pläne, die ich für Euch habe, Pläne des Heils und nicht des Unheils, denn ich will Euch eine Zukunft und Hoffnung geben.“

Dazu rief ich mir einen anderen Bibelvers in Erinnerung:
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum besten dienen.“
(Römer 8, 28).

Da stand es groß vor meinen Augen: GOTT MACHT KEINE FEHLER.

Ja, ich gebe zu, dass das in solchen Situationen schwer zu glauben ist. Aber ich habe gemerkt, es ist meine Entscheidung, wie ich mit dieser Unsicherheit in mir umgehe. Gebe ich ihr Raum in mir und zweifele an Gott? Oder blicke ich zurück und schaue auf das, was Gott Gutes getan hat, in meinem Leben, aber auch in dem Leben der Menschen, die gerade einfach am Abgrund stehen und herben Verlust erleiden müssen.

Was aus den Trümmern, die sich im Leben meiner Freunde gerade aufgetan haben, passiert, weiß ich nicht. Aber ich will darauf vertrauen, dass Gott Gutes daraus macht. ER hat einen Plan, eine Hoffnung, ein Ziel. ER will das Gute! Auch mit diesen Trümmern wird er neue Wege pflastern, die den Menschen zum Besten dienen werden. Darauf will ich mein Gebet richten, dies soll meine Hoffnung sein. Gott kann aus Zerbrochenem Gutes entstehen lassen. Er kann aus Schmerz wieder Freude machen.

Gott selbst verspricht uns: „Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen (…) Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“

Jesaja 43, 14+19:

Gott spricht uns zu: Ich habe euch in diese Dürrezeit geschickt um euretwillen - damit ihr jetzt etwas Entscheidendes lernt. Etwas über euch - und etwas über mich.
ABER: Ich habe das, was euch gefangen hält, bereits gesprengt - ich habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen. Und ich werde Euch aus dieser Wüste herausholen!

Der Weg bis dahin ist oft lang, neblig und schwer. Es ist eine Zeit des Ringens, des Zweifelns und des Anklagens. Vielleicht ist es sogar ein Weg, auf dem Gott aus dem Blickfeld gerät. Wenn ich mir die Durststrecken, die Wüstenzeiten meines Lebens anschaue, stelle ich fest, dass sie genau all das waren, ABER sie waren im Nachhinein auch Zeiten des Wachsens, des Reifens, des Heilwerdens. Sie haben neue Prioritäten gesetzt, ich habe Altes verlassen, Neues konnte entstehen. Oft waren es Zeiten, die mich sogar am Ende Gott näher gebracht haben. Im Rückblick kann ich also feststellen, dass Gott auch in den Wüstenzeiten da war, wie er es versprochen hat: ER hat mit mir den Verlust durchlitten, hat den Schmerz mit mir ausgehalten und ist an meiner Seite gewesen, auch, wenn es sich gar nicht so angefühlt hat.

Wichtig geworden ist mir noch der Vers 18 aus Jesaja 43:
„Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige!“

in Kombination mit Vers 19:
„Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?“

Gott zeigt uns auf: Ich habe euch damals gute Wege gezeigt, ich habe euch großartige Erlebnisse in der Vergangenheit geschenkt. Das soll in euch die Gewissheit auslösen: Ich, der HERR, verlasse euch niemals! ABER: Ich bereite auch Neues für Euch vor, etwas was nun dein Weg sein soll, wo ich DICH gebrauchen und zum Segen setzen möchte. Vertraue mir!

Dies beantwortet mir die Frage vom Anfang: Sollte der Weg nicht „recht“ gewesen sein, der bisher beschritten wurde, kappt Gott ihn deswegen?

Nein, der Weg war recht, Gott hat ihn gesegnet, gewollt. Aber nun sehen Gottes Pläne mit mir/dir Anderes vor. Gottes Segenspuren mit mir bekommen eine andere Richtung, auch, wenn ich diese noch nicht erkennen kann, kann ich dankbar sein für Gewesenes und vertrauensvoll auf das blicken, was Gott für mich vorbereitet, denn: Gott trägt auch, wenn es gar nicht danach aussieht. ER zieht die Fäden meines Lebens im Verborgenen, seine Pläne sind für mich jetzt noch unsichtbar, aber später werde ich seine Handschrift in meinem Leben, seine Fußspur neben meiner erkennen dürfen.

Gott schaut nicht auf den irdischen Moment, seine Perspektive ist Ewigkeitsperspektive.

Gott ist barmherzig! Gott bewahrt im Zweifeln, wenn wir an ihm festhalten! ER hält unsere Zweifel aus, wir dürfen sie ihm entgegen schreien.

Hast du gerade Zweifel daran, dass Gott mit dir einen guten Weg geht? Erlebst du gerade Verlust, Schmerz und Verzweiflung?

Dann geh mit Gott ins Gebet und erzähl ihm von all deinen Zweifeln, deinen Ängsten, deinen Sorgen. Sprich den Zerbruch, den du erlebst, klar vor ihm aus. Bleibe hier nicht stehen, bitte Gott, dir seinen unsichtbaren Faden zu zeigen, deinen Zerbruch zu heilen und dir eine neue Perspektive zu geben. ER wird sich dir offenbaren, denn Gottes Absicht ist es, einen Weg zu machen in der Wüste. ER möchte, dass seine Wege mit uns uns zum Segen werden!

Ob du das Neue jetzt schon erkennst, verstehst oder nicht. Eines steht fest:
Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde (Vers 19).

Gott ist für mich… Gott ist für DICH!

Seeigel, November 2017


Fußnoten
(Bilder: pixaby)